Was bedeutet Tae Kwon Do ?
Tae :
Tae bezeichnet die Beherrschung des Unterkörpers und alle Techniken, die damit ausgeübt werden.
Kwon :
Kwon bezeichnet die Beherrschung des Oberkörpers und alle Techniken, die damit ausgeübt werden.
Do :
Do wird häufig als "Der Weg" beschrieben. Auch wird hiermit oft der Ausspruch "Der Weg ist das Ziel" assoziiert. Jedoch ist das recht wenig aussagekräftig und auch nicht wirklich richtig. Der Begriff Do findet sich beispielsweise in vielen Kampfkünsten und auch in anderen geistigen Disziplinen wieder, wie zum Beispiel im Cha-do, der japanischen Teezeremonie. Es handelt sich dabei immer um Tätigkeiten, die nicht unbedingt zweckorientiert sind, sondern eher aus sich selbst heraus sinnerfüllend sind und immer im "Hier und Jetzt" ausgeübt werden. Jede Handlung, sei es ein Fauststoss, oder das Einschenken des Tees, werden ohne jede Hast, oder Eile vollzogen und sollten im Einklang mit dem Ausübenden und dem Universum stehen. Das Do im Zusammenhang mit den Kampfkünsten steht eher dafür, dass sich das Handeln des Menschen an den Naturgesetzen orientieren sollte. Das ist der wahrhaftige Weg. Insofern steht das Do für die Wahrhaftigkeit, den natürlichen Weg. Taekwondo sollte immer ein Weg des Herzens sein.

Do, Dao, oder auch Tao wie es manchmal ausgesprochen wird, ist das All Eine, das Unaussprechliche Ganze, der Urquell allen Seins, welches als Yin-Yang Symbol dargestellt wird.

Das
Do als Anhang der jeweiligen Disziplin soll andeuten, das hier ein Weg beschritten wird, der mit dem Universum im Einklang steht. Es macht keinen Sinn, sich damit in der Freizeit auseinander zu setzen um es dann, nach Verlassen der Schule, wieder zu vergessen. Natürlich ist es in der heutigen Gesellschaft manchmal schwer möglich, diesen Weg unbeirrt einzuhalten, jedoch sollte man immer versuchen sich darin zu schulen und zu kultivieren.

Das Taekwon Do ist keinesfalls 2000 Jahre alt, wie so oft behauptet wird, sondern hat sich höchst wahrscheinlich aus dem japanischen Karate entwickelt. Wer sich einmal das japanische Karate und das Taekwondo ansieht, der wird nicht leugnen können, dass so gut wie alle Taekwondo Techniken auch im Karate wieder zu finden sind. Die Behauptung, Taekwondo sei gut 2000 Jahre alt ist schlicht und einfach nicht wahr. Es gibt keine überlieferten Bilder, oder Schriften, die diese Behauptung untermauern. Die alten koreanischen Kampfkünste wie das Taekyon weisen absolut keine Ähnlichkeit mit dem Taekwondo auf !
Taekwondo ist eine junge Kampfkunst und hat sich schnell im Laufe der Zeit ganz von seinen von traditionellen Inhalten entfernt und hat sich somit weltweit zu einer Spotrart entwickelt die dem Zeitgeist entsprechen will. Insofern ist es nicht richtig von traditionellem Taekwondo zu sprechen, egal, ob es sich dabei um die WTF, oder ITF Ausrichtung handelt.

Was bedeutet es Taekwondo zu lernen und zu praktizieren ?

Jeder, der sich entschliesst, Taekwondo zu lernen wird schon nach sehr wenigen Tagen eine positive Kraft spüren, die seinen Körper erfasst.
Dies allein ist schon oft Grund genug, weiter zu machen. Jedoch gibt es eine Reihe weiterer Veränderungen, die mit dem Training einher gehen. Zum einen ist Taekwondo einfach eine ausgezeichnete Methode, seinen Körper in jeder Hinsicht wirklich fit zu machen. Durch die vielen Übungen, wie Sprung- und Ballancetechniken, wird der ganze Körper sportlich geschult, wie in kaum einer anderen Kampfkunst. Besonders den Kindern kommt dies zu Gute, denn es ist immer mehr zu beobachten, dass Kinder vermehrt an Koordinationsstörungen leiden.
Dies liegt glücklicher Weise nicht an den Kindern selbst, sondern an dem übergrossen Freizeitangebot, das überwiegend im Sitzen konsumiert wird. Kinder sind lernfähig und können sich schnell regenerieren. Weiterhin wird der ganze Körper gelenkig und flexibel, was jedem ganz einfach ein viel angenehmeres Körpergefühl beschert. Auch die Kraft nimmt zu und letztendlich sinkt das Verletzungsrisiko, weil Stürze und so weiter viel eher vorausgesehen werdenden, als dies bei einem untrainierten Menschen der Fall wäre.

Aber auch dem Inneren des Menschen kommt so ein
Training sehr zu Gute. Die geistige Belastbarkeit steigt. Die emotionale Belastbarkeit steigt ebenfalls. Man geht mit "stressigen Situationen" gelassener um. Man fährt nicht mehr so schnell "aus der Haut".

Nebenbei lernt man Menschen aller Facetten kennen, denn in einer Taekwondo Schule treffen sich Menschen aller Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. Die Struktur einer traditionell geführten Schule bringt diese Menschen zusammen und bietet so für viele Menschen völlig neue Perspektiven.


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